Fieber reinigt

Das ist Heilkundigen bekannt, mindestens so lange es Aufzeichnungen gibt. Erkennt der Körper eine Bedrohung, beginnt er oft zu fiebern. Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Art und Weise, wie sich der Körper von krankmachenden Bakterien und Viren reinigt. Es beschleunigt Stoffwechselvorgänge und die Schädlinge werden schneller ausgeleitet.

Unser Wärmeregulationszentrum stellt die Körperwärme auf eine  Temperatur von ca. 37 °C ein. Für Abwehr- und Heilungszwecke erhöht die Natur von sich aus die Körpertemperatur um 1-4 °C, ein Vorgang den wir als Fieber kennen. Bei 39 °C funktioniert unser Immunsystem am Besten!

Fieber bei Borreliose

Fieber ist ein typisches Borreliosesymptom. Die ersten Monate nach meiner Ansteckung merkte ich oft, daß meine Temperatur erhöht war. Zusätzlich fühlte ich mich sehr erschöpft und regelmäßig waren auch Kopfschmerzen mit dabei. Ich sah es grundsätzlich als gutes Zeichen, daß meine Abwehr etwas erkannt hatte und sich bemühte, die Eindringlinge loszuwerden. Eigentlich eine ganz klare Ansage von meinem Körper an mich: „Wir machen die Borrelien durch Hitze unschädlich und leiten sie hinaus, leg dich also hin und gib Ruhe, bis wir fertig sind“. Tolle Sache, nur wer kann sich in der heutigen Zeit den Luxus gönnen, immer wieder tagelang ruhig zu liegen und den Köper regenerieren zu lassen? Natürlich hab ich mich trotz Fieber und Mattigkeit in die Arbeit geschleppt.

Die gute Nachricht: Spirochäten (also auch Borrelien) gehen tatsächlich bei ca. 42 Grad ein.

Heilsame Wirkung schon lange bekannt

Schon aus dem alten Ägypten und Griechenland gibt es Berichte darüber, daß chronische Leiden nach einem kurzen, hohen Fieber plötzlich heilten. Die Ägypter badeten im  heißen Wüstensand, die Griechen in heißen Quellen. Der griechische Arzt und Philosoph, Parmenides, 540-480 v. Chr, war überzeugt, daß er mit Fieber jede Krankheit heilen könne. Auch Hippokrates war der Ansicht, dass Fieber den Körper wie ein Feuer reinige.

Der Der Wiener Arzt Wagner- Jauregg behandelte Syphilis, Psychosen und Schilddrüsenerkrankungen mit Malaria-Erregern und erzeugte so heftige Fieberschübe. 80% der Patienten konnten geheilt werden. Für diese Leistung wurde Ihm 1927 der Nobelpreis verliehen.

Wenn das Fieber fehlt

Interessant ist, daß lt. einer Beobachtung von Dr. Dr. med. Ralf Kleef vom Kleef Institut für Hyperthermie bei vielen Krebspatienten die Fähigkeit zum Fiebern fehlt, auch schon lange vor der Krebserkrankung. Schon um die Jahrhundertwende setze der amerikanische Arzt Dr. William Coley, fiebererzeugende Substanzen zur Behandlung von Krebs ein.

Künstliches Fieber

Wenn der Körper nicht von sich aus Fieber erzeugt, kann man es selbst in die Hand nehmen und die Körpertempertur bewusst gezielt erhöhen. Dieser

Erhitzungsstufen

Das Institut für Hyperthermie (medizinische Anwendung von Wärme) teilt die Erhitzungsstufen in 3 Etappen ein:

  • milde Hyperthermie < ca. 38,5° C (<101 ° F appr.)
  • moderate Hyperthermie 38,5°- 40,5° C (101°- 105° F appr.)
  • extreme Hyperthermie >40,5° Grad (>105° F)

Ihre Erfahrung zeigt, dass auch die milde Hyperthermie schon sehr wirksam ist.

Was kannst du tun?

Du kannst aus mehreren Möglichkeiten wählen, um deine Körpertemperatur zu erhöhen. Wähle die, die dich ansprechen oder die du leicht durchführen kannst. Übertreib es aber nicht und hör auf, wenn dir dein Körper signalisiert, daß es genug ist, oder dir schwindlich oder übel wird.

Zur Ganzkörpererhitzung kannst du folgende Verfahren anwenden:

Fieber unterstützen

Wenn dein Körper bereits Fieber erzeugt, unterstütz ihn dabei. Ab unter die Bettdecke, Heizung aufgedreht, vielleicht sogar noch eine Wärmflasche dazu, wärmende Tees und Gewürze.

Sauna

wenn du Saunagänge nicht gewohnt bist, beginne mit niedrigerer Temperatur und kürzen Zeiten. Steigere dich nach und nach. Ein Saunagang kann auch eine schöne Auszeit darstellen vom Alltag.

Sonne

Die Sonne stärkt Köper, Geist und Seele und Seele. Laß dich von ihr wärmen, eine halbe bis eine Stunde pro Tag, aber bitte ohne Sonnenschutz (auch mineralischer verstopft die Poren, die Haut kann nicht mehr atmen und entgiften). Laß sie auf soviel deiner Haut direkt scheinen wie möglich, geh aber aus der Sonne, bevor du rot wirst! Wenn zuhause das Wetter trüb ist, könntest du dir eventuell einen Strandurlaub im Süden gönnen.

Schwitzhütte

Auch die Indianer wussten schon um die reinigende Wirkung der Wärme. Eine Schwitzhütte ist eine Reinigung auf körperlicher, seelischer, geistiger, collektiver und karmischer Ebene. Ein Ritual, das für eine Neugeburt steht. In einer Hütte sitzt man wie im Schoß der Mutter Erde im Kreis um glühend heiße Steine. Heraus kommt man als neuer (und hoffentlich bald gesunder) Mensch.

Schlenzbad

Von Maria Schlenz wieder in die Naturheilkunde eingeführt. Kann in der Badewanne durchgeführt werden. Dazu das Wasser während des Badens innerhalb der ersten halben Stunde allmählich von 38 auf 43 Grad erhöhen (Thermometer verwenden, nicht schätzen).  Schulter und Hinterkopf sollen möglichst auch im Wasser sein. Ca. 2 Stunden in der Wanne bleiben. Dabei ab und zu den ganzen Körper abbürsten, das entfernt ausgeleitete Stoffe von der Hauptoberfläche und macht die Poren wieder frei. Da das heiße Bad den Kreislauf stark fordert: nach Beendigung das Wasser auslassen, noch etwas in der Badewanne sitzen bleiben und ganz langsam heraussteigen. Am Besten in Bademantel oder Handtücher wickeln und eine Weile ins Bett legen und ausruhen.

Heilquelle

Das Baden in Heilquellen hat eine lange Tradition und den Ruf, schwerste Krankheiten heilen zu können.

Wie lange muss ich da jetzt drin bleiben?

Für alle Anwendungen gilt: so lange, wie du dich dabei noch wohlfühlst, mindestens aber 1/2 Stunde, da es diese Zeit braucht, bis die Wärme zu den Knochen durchgedrungen ist. Je länger du die Hitze aushältst, desto stärker ist die Entgiftung.

Wie oft?

So oft, wie du merkst, daß es dir guttut. 1 bis 2x pro Woche ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Zu beachten

  • Viel trinken!
  • Immer jemand dabei oder in der Nähe haben zur Aufsicht.
  • Bei Herz- oder Kreislaufschwächen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck oder hohem Fieber nicht anwenden.

Lokale Anwendung

Bei Gelenkschmerzen hilft auch das Auflegen einer Wärmflasche oder ein heißer Wickel auf die schmerzende Stelle.