Borrelien sind Bakterien. Sie gehören zur Gruppe der Spirochäten, das bedeutet, daß sie biegsame Körper haben und sich aktiv bewegen.

Aussehen und Fortbewegung

Borrelien sind schlangenförmig und ihre Bewegungsweise kannst du dir, vereinfacht ausgedrückt, wie einen Korkenzieher vorstellen. So schlängeln sie sich entweder vorwärts oder schrauben sich förmlich in jedes Körpergewebe.
Eine Borrelie hat einen Durchmesser von etwa 0,3 Mikrometern, das sind 0,0003 Millimeter. Sie kann bis zu 20 Mikrometer lang werden, das sind 0.02 Millimeter. Falls du dich das fragst – mit dem bloßen Auge ist sie nicht sichtbar, das wäre sie erst ab ca. 1 mm.

Namensgebung

Den wissenschaftlichen Namen Borrelia haben sie ihrem Entdecker zu verdanken, dem Straßburger Bakteriologen Amédéé Borrell, der von 1867 bis1936 lebte.

Borrelia burgdorferi

Diese Spirochäten-Familie, die die Lyme-Borreliose verursacht, wurde von Willy Burgdorfer erstmals erkannt, das war 1982.

Formveränderung

Borrelien sind polymorph, können also mehrere Formen annehmen. Bei Nährstoffmangel oder um sich vor Angriffen, wie zb Antibiotika oder dem Immunsystem, zu schützen, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen. Dazu werfen sie ihre Zellwand ab. In dieser Form warten sie bis zu 10 Monate lang ab, bis sich das Milieu wieder für sie bessert. Während dieser Zeit haben sie allerdings keinen Stoffwechsel und teilen sich nicht. Da sich bei den meisten Menschen bereits Antibiotika im Körper befindet wenn die Borellien einziehen (durch frühere Antibiotikagaben, Fleischkonsum und Leitungswasser), begeben sie sich in der Regel sehr schnell in diese Form.

Optimale Bedingungen

Borrelien fühlen sich am wohlsten bei 34° bis 37° und einem ph-Wert von 7,6. Blut hat einen ph-Wert von 7,4.

Wovon ernähren sich Borrelien?

Sie nehmen im Körper Kohlenwasserstoffe, Peptide und Aminosäuren auf. Ihre Energie bekommen sie durch Glykolyse, das ist altgriechisch und bedeutet „süße Auflösung“. Sie bauen also Einfach- und Traubenzucker ab. Zusätzlich fermentieren sie Zucker, sodaß Milchsäure entsteht. Dieser Vorgang nennt sich Milchsäuregärung.